Naturweinmesse „Plopp“ –
Junge deutsche Winzer präsentieren ihre international gefragten Naturweine

Naturweinmesse Plopp 2020

/ 16.10.2020 Naturweinmesse „Plopp“ –  / Verschoben
Leider sind die Ansteckungszahlen in die Höhe geschnellt und auch die Hygienemaßnahmen wurden erneut verschärft. Vor diesem Hintergrund möchten wir kein ausgelassenes Weinfest veranstalten. Darum haben wir uns nach einigen Überlegungen dazu entschlossen, die Plopp auf das Frühjahr 2021 zu verschieben.

Alle Teilnehmer, die ein Ticket für die Naturweinmesse Plopp gekauft haben, erhalten selbstverständlich eine Rückerstattung und die anfallenden Storno-Gebühren übernehmen wir. Natürlich halten wir Euch bezüglich des Ersatztermins auf dem Laufenden. 

Die Winzer

Weingut Christopher Barth, Alzey-Weinheim
Brand Bros., Bockenheim
Weingut Jonas Dostert, Nittel
Weingut Bergkloster Jason Groebe, Westhofen
Weingut Andreas Mann, Eckelsheim
Marto WinesMartin Otto Wörner, Flonheim
Weinbau Julien Renard, Winningen
Weingut Seckinger, Niederkirchen
Weingut Jakob Tennstedt, Traben-Trarbach
Weingut Stefan Vetter, Gambach
Weingut Andreas Weigand, Iphofen
Weingut Dennis Wolf, Grosskarlbach

Die Gastgeber

Weinhandlung Cool Climate, Christian Lebherz, Beriner str 20, Frankfurt am Main


Restaurant Emma Metzler, Anton de Bruyn, Schaumainkai 17, Frankfurt am Main

Am 24.10.2020 findet die Naturweinmesse „Plopp“ im Restaurant Emma Metzler am Frankfurter Schaumainkai statt. Im Zentrum des Events stehen junge Winzer aus Deutschland, die aufgrund ihrer konsequent biologisch und naturnah angebauten Weine derzeit enorme internationale Beachtung finden. Zu der Gruppe von insgesamt 12 Weingütern zählen bekannte Nachwuchswinzer wie die jungen, wilden Brand Brothers aus der Pfalz oder Stefan Vetter aus dem fränkischen Gambach, der von der renommierten New York Times für den besten Silvaner 2017 ausgezeichnet wurde. Initiiert wurde die neue Veranstaltung durch den Experten Christian Lebherz, der in Frankfurt die auf Naturweine spezialisierte Weinhandlung Cool Climate betreibt, Gastgeber der Schau ist Anton de Bruyn, Koch und Inhaber des Emma Metzler.

Bei der Messe, die sich an Naturwein-Liebhaber, Sommeliers und Interessierte wendet, bieten die Winzer ihre aktuellen Weine zur Verkostung an und erläutern im Gespräch die Besonderheiten und Hintergründe ihrer Art, Wein zu erzeugen. Denn um die Trauben von bestmöglicher Qualität zu ernten, wird hoher Aufwand betrieben. Die Arbeit an Reben und Boden per Hand und im Einklang mit der Natur gehören genauso zur Philosophie der Naturweinerzeugung wie der Verzicht auf Reinzuchthefen und andere Zusätze sowie das weitgehende Abstandnehmen von Filtration oder Konservierungsmitteln, beispielsweise Schwefel. Hilfsstoffe, die in der herkömmlichen Weinproduktion durchaus üblich sind.

„Viele Jahre war es um den Naturwein in Deutschland eher ruhig, während er international boomte,“ erläutert Experte Christian Lebherz. „Allerdings“, gibt der Experte zu bedenken, „ändert sich dies gerade. Deutscher Naturwein ist mittlerweile im In- und Ausland so gefragt wie noch nie.“ Genau dieser Entwicklung will die neue Messe im Restaurant Emma Metzler Rechnung tragen.

Aber nicht bei leerem Magen. Den Besuchern der Schau wird passend zu den Rebsorten auch hausgemachtes Sauerteigbrotund Würste sowie zahlreiche andere Leckerbissen serviert. Für das leibliche Wohl sorgt Koch de Bruyn, der sich mit seinem Team schon längst auf den neuen Weintrend eingestellt hat. „Schon seit dem Start unseres Restaurants bieten wir deutsche Naturweine an, aktuell haben wir das Sortiment nochmal erweitert“, erklärt de Bruyn. „Denn diese Weine sind ein ganz wichtiger Begleiter für unsere regional geprägte Küche.“ Eine Kombination, von der sich die Naturweinliebhaber nun auch vor Ort ein Bild machen können. Im Eintrittspreis sind Weinproben bei den 12 Winzern, Food, Wasser und Espresso eingeschlossen.

Die Winzer im Portrait :

Jonas Dostert

Der kleine Ort Nittel liegt unmittelbar an der deutsch-luxemburgischen Grenze. Weinbautechnisch gehört er zur Region Obermosel, dem weitgehend in Vergessenheit geratenen westlichsten Teilstück der Weinbauregion Mosel. Geologisch betrachtet ist die Region der nordöstliche Beginn des Pariser Beckens und verfügt dementsprechend über pure Kalksteinböden mit hohem Fossilienanteil, sehr ähnlich zu der Champagne oder dem Chablis. Die berühmten Schieferformationen der Mosel oder den Riesling als stilbildende Rebsorte sucht man hier folglich vergebens. 

Jonas Dostert ist Mitte zwanzig und legt mit dem 2018er Jahrgang sein Debüt als eigenverantwortlicher Winzer vor. Bevor er sich entschloss, in seine Heimatregion an der Mosel zurückzukehren, verbrachte er vor allem viel Zeit im Burgund. Hier entdeckte er seine weinbauliche Stilistik. Wieder zu Hause, wandte er sich den einheimischen Rebsorten Elbling, Grauburgunder, Chardonnay und Spätburgunder zu und entwickelten seinen eigenen Stil weiter. Von Beginn an legte er dabei einen starken Fokus auf die Arbeit im Weinberg. In reiner Handarbeit bewirtschaftet er seine von rauen Felsen durchsetzen Weinberge und ist dabei stets auf den Erhalt der ökologischen Vielfalt bedacht. 

Er selbst bezeichnet Handwerk, Achtsamkeit und Demut gegenüber der Natur als die Grundvoraussetzung für die Erzeugung charakterstarker Weine. Diesen Ansatz überträgt er auch in die Weinbereitung. Im Rahmen eines konsequenten Minimalismus reduziert er kellertechnische Eingriffe auf ein Minimum und gewährt seinen Weinen die benötigte Zeit, um alle Phasen der Weinwerdung zu durchlaufen. Dabei verzichtet er weitestmöglich auf önologische Hilfsmittel. Lediglich eine minimale Gabe an Schwefel sowie eine besonders schonende Filtration kommen – je nach Notwendigkeit – zum Einsatz.

Jonas’ Weine verkörpern eine einzigartige Stilistik. Sie sind gradlinig, pur und mit viel Finesse ausgestattet. Während sie von einer nahezu vergessenen Weinregion und den dort herrschenden Bedingungen erzählen ziehen sie einen vollends in ihren Bann und verfügen dabei über eine faszinierende Trinkigkeit. Unbedingt probieren!

Jonas Dostert >> https://jonas-dostert.de/

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Jason Groebe

Jason Groebe führt das Familienweingut in fünfter Generation – worauf er stolz und wofür er dankbar ist. Der Weinanbau wurde bereits in der Elterngeneration auf biologische Landwirtschaft nach der deutschen Öko-Richtlinie (DE-Öko-022) umgestellt. Jason kann 8 Hektar Weinberge in besten Lagen rund um Westhofen bewirtschaften: Aulerde, Kirchspiel, Morstein, Steingrube. Westhofen ist eine der wärmsten Gegenden Deutschlands und den Weinbau haben die Römer hierher gebracht.

Jason hat 2013 seine Weinbaulehre abgeschlossen, Erfahrungen auf renommierten Weingütern gesammelt und anschließend an der FH Geisenheim Weinbau studiert. Nun kann er seinen Stil im elterlichen Betrieb entfalten und stellt Naturwein nicht nur mit viel Liebe, sondern natürlich auch nach den dazugehörigen Prinzipien her: Selektive Handlese, keine Schönung, spontan vergoren, keine Filtration, kein Schwefelzusatz.

Sein Bestreben ist es, das Weingut und seine Weine zur Natur zurückzuführen – mit allen Konsequenzen. Die absolute Abhängigkeit von der Natur lässt einen jedes Jahr aufs Neue erkennen, dass man keine Kontrolle hat und loslassen muss, meint Jason, und sagt, dass er von ihr Vertrauen, Geduld und Demut lernen kann. Das Terroir der Bergkloster Weine könnte nicht besser sein – Kalkstein mit tonigem Mergel (entstanden durch Korallen-Ablagerungen) als Untergrund, daraus wachsend die Sorten Riesling, Chardonnay, Weißburgunder und einige mehr, lange Sonneneinstrahlung – das ist die Grundlage für Jasons Weine, die eine ganz eigene Note haben. Eine Kombination aus frisch-fruchtig und Komplexität.

Jason selbst schreibt über seine Arbeit: “Wenn man dann im Keller vor dem Tank steht, in dem der Most gärt, später den fertigen Wein auf die Flaschen füllt und schlussendlich eine Flasche in der Hand hält, sind alle Anstrengungen im Weinberg und im Keller vergessen. Das ist als würde man ein Stück von sich selbst in die Welt entlassen.”

Jason Groebe >> http://bergkloster.com/de/

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BRAND BROS

Aufgewachsen auf einem Weingut in der Pfalz haben Daniel und Jonas Brand das Weinmachen wohl in die Wiege gelegt bekommen. Das in Bockenheim in der Pfalz befindliche Weingut Brand wird bereits in fünfter Generation betrieben. Die Brüder blicken folglich auf eine lange Familientradition zurück. Dennoch haben sie sich entschlossen, alles anders zu machen! 

Bereits 2011 hatte Daniel damit begonnen, unter der Linie „Schwurhand“ einen unkonventionelleren Weg einzuschlagen. Diese Weine sollten möglichst unverfälscht und kompromisslos von ihrer Herkunft erzählen. Ein Ansatz, der zu einem der Grundfeiler der Brand Bros-Philosophie werden sollte.

Jonas wiederum absolvierte vor seiner Rückkehr ins elterliche Weingut ein Praktikum bei Lise und Bertrand Jousset in Montlouis an der Loire. Dort kam er mit Rebsorten wie Chenin Blanc in Berührung. Der möglichst naturnahe Ansatz von Jousset hinterließ bei ihm einen nachhaltigen Eindruck.  Weitere Aufenthalte bei ähnlich arbeitenden Produzenten in Europa folgten. Am Ende war die Strategie klar: bei Brand würden fortan vermehrt naturbelassene Weine produziert.

Heute bewirtschaften die Brüder rund 18 ha Rebflächen. Ein Gros der hier erzeugten Trauben fließt in die Produktion von vins naturels. Kontinuierlich halten die Brüder Ausschau nach neuen, vielversprechenden Terroirs. Im Rahmen eines qualitativ geschlossenen Portfolios möchten sie das hohe Potential der Bockenheimer Lagen abbilden.

Bei der Bewirtschaftung ihrer Parzellen legen Daniel und Jonas größten Wert auf eine möglichst behutsame und gleichzeitig gründliche Bodenbearbeitung. Natürlicher Bewuchs zwischen den Reihen sorgen für eine gesunde Nährstoffkonkurrenz, Biodiversität und intaktes mikrobiologisches Leben. Lediglich die obere Bodenschicht im Bereich unmittelbar unterhalb der Rebe wird regelmäßig umgeschichtet. Ziel ist er hierbei, den Boden mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen und die Rebe gleichzeitig zum tieferen Wurzeln zu bewegen. 

Der neueste Weingarten der Brüder befindet sich auf einer Kuppe unterhalb eines alten Steinbruchs an einer der höchsten Stellen rund um Bockenheim. Von hier aus hat man einen phantastischen Blick über die oberrheinische Tiefebene, an Ludwigshafen und Mannheim vorbei bis an die hessische Bergstraße heran. Die Anlage wurde von den Brands neu angelegt. Auf einer Art natürlicher Terrasse gelegen, ist die Parzelle komplett von Hecken und anderem natürlichem Bewuchs umgeben und dadurch von den größtenteils konventionell bewirtschafteten Nachbarparzellen abgeschirmt. Im Norden grenzt der alte Steinbruch an. Dieser wirkt wie eine Art natürlicher Schutz vor kühlen Nordwinden und bietet den idealen Rückzugsraum für Insekten. Die jungen Riesling-Reben hier haben nun ein Alter von drei Jahren und werden wohl im kommenden Jahr erstmalig Trauben für die Weinproduktion liefern.  

In den Weingärten herrscht Handarbeit. Nach der sorgfältigen Lese er Trauben folgt deren schonende Weiterverarbeitung auf dem Weingut. Nach dem Pressen werden sämtliche Moste spontan mit natürlichen Hefen vergoren. Anschließend erfolgt der Ausbau in Edelstahlgebinden oder gebrauchten Holzfässern verschiedener Größe. Dabei verbleiben alle Weine für die gesamte Zeit bis zur Füllung auf der Feinhefe. Bei der Abfüllung der meisten ihrer Weine verzichten die Brüder auf Filtration sowie den Zusatz von SO2. Erste Priorität hat für sie, den möglichst puren Wein auf die Flasche zu bringen.  

Nicht viele junge Winzer in Deutschland schlagen den arbeitsintensiven Weg der Produktion naturnaher Weine ein. Akribischste Arbeit in den Weingärten, der Verzicht auf synthetische Hilfsmittel und größere Maschinen, die niedrigeren Erträge und die Unsicherheiten des naturnahen Arbeitens scheinen für viele eine zu hohe Hürde darzustellen. Umso außergewöhnlicher wirkt vor diesem Hintergrund der kompromisslose Ansatz der Brand Bros. Ihre Weine sind gradlinig und pur, haben in der Regel wenig Alkohol und dabei viel Geschmackstiefe. Unbedingt probieren! 

BRAND BROS >> http://petnat.de/

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Christopher Barth

Obwohl Rheinhesse durch und durch, ist Christopher Barth ein Wein-Quereinsteiger. Nach dem überraschenden Tod seines Onkels beschloss er, seine IT-Karriere an den Nagel zu hängen und Winzer zu werden. Für Chris kam das einem Sprung ins kalte Wasser gleich. Dennoch beschloss er, abermals die Schulbank zu drücken und das Winzerhandwerk von der Pike auf zu lernen. Dabei wählte er von Beginn an den Weg einer konsequent naturnahen Weinbereitung, sowohl im Weinberg, als auch im Keller.

Die mittlerweile biologisch zertifizierten Weingärten der Familie Barth liegen rund um Weinheim, einem Ortsteil von Alzey. Insbesondere die von vulkanischer Aktivität geprägten Lagen auf metamorphem Gestein wie beispielsweise dem Melaphyr haben es Chris angetan. Er ist stets auf der Suche nach neuen Lagen und Parzellen, deren Weine in die elegant-kühle Stilistik des Weinguts passen. Vor allem die von vulkanischen Gesteinsformationen geprägten Lagen verleihen seinen Weinen eine unnachahmliche mineralische Spannung.

Das noch junge Weingut ruht aktuell auf zwei Säulen. Einerseits produziert Chris nach wie vor sortenreine, „typische“ rheinhessische Weine, in deren Produktionsprozessen er auf Filtration sowie die Zusatz von SO2 zurückgreift. Andererseits kreiert er in seiner „Handwerk“-Linie naturbelassene Weine im besten Sinne des Wortes. Im Rahmen dieser Linie verzichtet er auf jegliche Form der Filtration und greift – wenn überhaupt – nur auf geringste Mengen von SO2 zurück. Das Ergebnis sind gradlinige und druckvolle Weine mit eigenständigem Charakter und einem hohen Maß an Trinkigkeit.

Christopher Barth >> https://www.barthwein-alzey.de/

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